Ganzheitliche Risikoanalyse für Infrastrukturbetreiber (GRIB): Risiken systematisch begegnen

Kritische Infrastrukturen profitabel zu betreiben und sie zugleich bestmöglich gegen Risiken zu wappnen, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Wird der Risikoschutz übertrieben, steigen die Kosten. Sparen Eigentümer oder Betreiber an der falschen Stelle, kann ein unerwartetes Ereignis gravierende Folgen haben. Wir finden das richtige Maß! In einer umfassenden Ganzheitlichen Risikoanalyse für Infrastrukturbetreiber (GRIB) legen unsere Experten Schwachstellen offen und regen Verbesserungen an.

 

Im Rahmen der TSM-Zertifizierung empfiehlt der DVGW, die Risikoanalyse jährlich durchzuführen.

 

Ein Risiko ergibt sich aus dem Verhältnis der Schwere eines möglichen Schadens zu dessen Eintrittswahrscheinlichkeit. Diese Definition ist weithin anerkannt, führt aber oft zu falschen Schlüssen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Störungen und Unfällen in kritischen Infrastrukturen ist in industrialisierten Ländern stets niedrig. Wir stellen deshalb nicht die Eintrittswahrscheinlichkeit in den Fokus, sondern das mögliche Schadensausmaß. Von ihm leiten sich Empfehlungen ab, Prozesse zu optimieren oder Anlagen anzupassen.

 

Analyse – Auswertung – Handlungsempfehlung

 

 

Analysieren: Informationen sammeln, Schutzgüter identifizieren und Prioritäten setzen

 

Im ersten Schritt sammeln wir die notwendigen Informationen über die jeweilige Infrastruktur, um ein umfassendes Lagebild erstellen zu können: Wie verlaufen die Leitungen? Wo befinden sich Betriebseinrichtungen und wie hängen sie zusammen? Welche Abnehmer erhalten von diesen Einrichtungen jeweils ihr Gas, ihren Strom oder ihr Wasser? Ebenso wichtig ist eine genaue Kenntnis davon, wie die untersuchte Infrastruktur mit anderen kritischen Infrastrukturen interagiert. Basis der Analyse sind z. B. topografische Daten, Netzpläne und Abnahmestellen, aber auch Berührungspunkte mit anderen Infrastrukturen.


Ebenso betrachten wir das Umfeld der Kritischen Infrastruktur, die Schutzgüter. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) definiert wie folgt: „Unter dem Begriff ‚Schutzgut‘ ist alles zu verstehen, was aufgrund seines ideellen oder materiellen Wertes vor einem Schaden bewahrt werden soll.“


Überwiegend betrachten wir die Bereiche Gesundheit, Sicherheit und Wirtschaft gemäß der EU-Richtlinie 2008/114/EG, Artikel 2a, aber auch Schutzgüter aus den 9 KRITIS-Sektoren des Bundesministeriums des Inneren (BMI): Energie, Informationstechnik und Telekommunikation, Transport und Verkehr, Gesundheit, Wasser, Ernährung, Finanz- und Versicherungswesen, Staat und Verwaltung.


Beispiele für Schutzgüter sind in diesem Zusammenhang u. a. Wasser- und Klärwerke, Gasübernahmestationen, Trafos, Vermittlungsstationen der Telekommunikationsanbieter, Krankenhäuser und weitere medizinische Einrichtungen wie Dialysestationen oder Labore, Polizei/Feuerwehr und weitere BOS-Behörden, Rathäuser, Notunterkünfte wie Schulen oder Turnhallen, Störfallbetriebe (z. B. Chemiebetriebe) und erheblich von der Versorgung abhängige Betriebe (z. B. Milchviehbetriebe, Glasereien).


Die Prioritäten werden gemeinsam mit dem jeweiligen Verantwortlichen für die Kritische Infrastruktur festgelegt. Welches Schutzgut hätte bei einer Störung, einem Notfall oder einer Krise Vorrang?

 

Auswerten: Möglichkeiten abwägen

 

Aufbauend auf dieser Analyse findet eine Auswertung des Lagebilds durch unsere Experten statt. Wir untersuchen, welche Ereignisse Ihre Infrastruktur treffen könnten und mit welchen Auswirkungen. Die Bandbreite reicht dabei von Überschwemmungen über Unfälle mit Gefahrguttransporten bis hin zu Sabotageakten oder technischen Defekten. Dank des breiten Erfahrungsschatzes unserer Mitarbeiter, die unter anderem für Versorgungsunternehmen, die Polizei, die Feuerwehr oder als Ingenieure tätig waren, sind wir in der Lage, konkrete Szenarien realitätsnah abzubilden und zu kalkulieren. Darüber hinaus arbeiten wir mit Fachleuten der Bereiche Versicherung-, Rechts- und Gesundheitswesen sowie Katastrophenschutz zusammen, die bei Bedarf zusätzliches Fachwissen beisteuern.

 

Empfehlen: Handlungsempfehlungen ableiten

 

Für jede Herausforderung gibt es mehrere mögliche Lösungen. Im Vordergrund steht die Erfüllung der gesetzlichen Pflichten und des Standes der Technik – aber immer unter Berücksichtigung der individuellen Organisation, ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und ihrer personellen Ressourcen. Im Interesse einer erleichterten Umsetzbarkeit gliedern wir unsere Handlungsempfehlungen in kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen. Viele Empfehlungen lassen sich bereits im Tagesgeschäft umsetzen; mittel- und langfristige Empfehlungen können in den entsprechenden Planungen berücksichtigt werden.

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